04.11.2026, Münsterland. Wie kommen regional erzeugte Lebensmittel einfacher und wirtschaftlicher vom Hof in den Laden, in die Kantine oder auf die Speisekarte? Sieben LEADER-Regionen im Münsterland wollen dieser Frage gemeinsam mit Menschen nachgehen, die regionale Produkte erzeugen, verarbeiten, vermarkten und vertreiben. Dafür finden ab November drei kostenlose Workshops statt. Interessierte können sich ab sofort anmelden.
Regionale Produkte werden direkt vor der Haustür erzeugt. Doch auf dem Weg vom landwirtschaftlichen Betrieb über die Verarbeitung und Logistik bis in Handel oder Gastronomie bestehen häufig Herausforderungen. Gefragt sind deshalb Lösungen, die regionale Wertschöpfungsketten stärken und die Vermarktung erleichtern.
Genau hier setzt die Workshopreihe „Vom Hof bis zum Laden“ an. Sie ist Teil eines Kooperationsprojekts von sieben LEADER-Förderregionen im Münsterland. Gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus der Praxis sollen Herausforderungen und Potenziale erfasst sowie Ansätze für zukunftsfähige Liefer- und Vermarktungsstrukturen entwickelt werden. Die Erkenntnisse aus der Workshopreihe sollen die Grundlage für ein mögliches münsterlandweites Folgeprojekt bilden.
Gefragt sind Erfahrungen aus der Praxis
Die Workshops richten sich an alle, die an der regionalen Wertschöpfungskette beteiligt sind oder deren Entwicklung mitgestalten. Angesprochen sind insbesondere landwirtschaftliche und direktvermarktende Betriebe, Lebensmittelhandwerk und -verarbeitung, Gastronomie und Handel sowie Akteurinnen und Akteure aus Logistik und Vertrieb. Auch regionale Initiativen, Netzwerke, Verbände und Institutionen mit Bezug zum Thema sind eingeladen, ihre Erfahrungen einzubringen.
Wo bestehen derzeit Hürden bei der regionalen Vermarktung? Wo fehlen Kooperationen, Logistiklösungen, Abnehmerinnen und Abnehmer oder geeignete Vertriebswege? Und welche Ansätze funktionieren bereits? Die Antworten sollen dabei helfen, konkrete Bedarfe zu erkennen und mögliche Lösungsansätze für das Münsterland zu entwickeln.
Drei Termine stehen zur Auswahl
Die Workshops beginnen jeweils um 18 Uhr und die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltungen sind inhaltlich identisch, sodass Interessierte einfach den für sie passenden Termin und Ort wählen können:
Mittwoch, 18. November 2026 um 18 Uhr, Alter Hof Schoppmann, Nottuln-Darup
Donnerstag, 3. Dezember 2026 um 18 Uhr, Kulturinsel Bispinghof, Nordwalde
Donnerstag, 28. Januar 2027 um 18 Uhr, Café Hof Lohmann, Warendorf
Anmeldung erforderlich
Eine vorherige Anmeldung ist online unter www.projaegt.de/regionale-vermarktung erforderlich. Die Anmeldefrist für die drei Termine ist jeweils im Online-Formular angegeben.
Ansprechpartner:innen für Rückfragen sind Michael Führs (02561 917169-5) und Meike Kamping (02561 917169-6) von der projaegt gmbh in Ahaus.
Foto: Fölting/Münsterland e.V.
Entscheidungsgremium der LEADER Region spricht Empfehlungen zur Weiterentwicklung von drei Projektideen aus Gescher, Stadtlohn, Südlohn, Vreden, den 22.09.2026 - Die LEADER-Region berkel schlinge hat bei ihrer jüngsten Sitzung weitere Impulse für die Entwicklung der Region auf den Weg gebracht. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG), das Entscheidungsgremium der LEADER-Region, beschäftigte sich mit drei neuen Projektideen aus Vreden. Diese sollen nun im Rahmen des zweistufigen LEADER-Verfahrens zu konkreten Projektkonzepten weiterentwickelt werden.
Die LAG beschäftigte sich mit drei neuen Projektideen aus Vreden. In der LEADER-Region berkel schlinge erfolgt die Projektentwicklung in zwei Stufen. Zunächst werden Ideen vorgestellt und hinsichtlich ihres Beitrags zur Regionalentwicklung bewertet. Bei einer positiven Einschätzung entwickeln die Projektträgerinnen und Projektträger ihre Vorhaben anschließend zu einem detaillierten Projektkonzept weiter. Erst danach entscheidet die LAG über eine mögliche Förderung.
Ein positives Votum für die weitere Ausarbeitung erhielten diese drei Projektideen:
Zukunftsfähige Erhaltung und funktionale Aufwertung der dorfgemäßen Gemeinschaftseinrichtung Schützenhalle Großemast-Klosterhook: Als zentraler und letzter Gemeinschaftstreffpunkt der Bauernschaft soll die Halle durch bauliche und energetische Maßnahmen langfristig für Vereine, Gruppen und die Öffentlichkeit gesichert werden.„Wiege der Sozialen Marktwirtschaft“ soll als Lern- und Erinnerungsort entstehen Die Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft e. V. möchte am ehemaligen Herz-Jesu-Kloster in Vreden-Ellewick (heute Haus Früchting) einen öffentlich zugänglichen Erinnerungs- und Lernort zur Entstehung der Sozialen Marktwirtschaft schaffen. Historischen Quellen zufolge wurde der Begriff dort durch Alfred Müller-Armack geprägt. Geplant sind die Weiterentwicklung einer neuen Ausstellung, digitale Vermittlungsangebote sowie zusätzliche Informations- und Erlebnisangebote für Besucherinnen und Besucher. Ziel ist es, die besondere historische Bedeutung des Standortes für Bildung, Kultur und Tourismus dauerhaft sichtbar und erlebbar zu machen. Öffentlich zugängliche Sanitärinfrastruktur an der Reitanlage Vreden als Servicepunkt am Rad- und Freizeitwegenetz: Mit dem Vorhaben soll eine bestehende WC-Anlage komplett erneuert und dauerhaft für Radfahrende, Wandernde sowie weitere Besucherinnen und Besucher geöffnet werden. Dadurch soll eine Versorgungslücke im Rad- und Freizeitwegenetz geschlossen werden.Mit den aktuellen Beschlüssen setzt die LEADER Region berkel schlinge ihre Entwicklungsarbeit weiter fort. „Die Projekte zeigen, wie vielfältig LEADER wirkt. LEADER-Projekte sind nicht nur Gebäude, sondern beinhalten auch Kultur, Wissen und Bildung“, so LEADER-Regionalmanager Thomas Rudde.
Interessierte Vereine, Initiativen, Kommunen und Organisationen, die eine LEADER-Förderung in Betracht ziehen, sollten ihre Projektideen möglichst zeitnah mit dem Regionalmanagement besprechen. „Die aktuelle Förderperiode befindet sich bereits auf der Zielgeraden. Viele Mittel sind gebunden und auch der Zeitraum für Bewilligungen wird zunehmend kürzer“, erklärt Thomas Rudde vom Regionalmanagement, „deshalb empfehlen wir allen Interessierten, mögliche Projektideen möglichst frühzeitig mit uns zu besprechen. So können wir gemeinsam prüfen, ob eine Förderung in Frage kommt und welche Schritte dafür notwendig sind.“
Bei Fragen zum Programm und zur Abwicklung erreichen Interessierte Thomas Rudde vom LEADER-Regionalmanagement (projaegt gmbh) telefonisch unter 02561/ 917169-8 sowie per Mail an regionalmanagement@berkel-schlinge.de. Es wird empfohlen, vor Einreichung eines Projektkonzeptes Kontakt mit ihm aufzunehmen.
Das Interesse, mit kleinen Projekten die Lebensqualität in der LEADER-Region „berkel schlinge“ zu steigern, war erneut groß: Mit den zur Verfügung stehenden Fördermitteln können 24 Projekte in die Umsetzung gehen. Bis Ende November müssen alle Projekte abgeschlossen sein. „Sobald die Projektträgerinnen und Projektträger die Verträge über die Fördermittel unterschrieben wieder bei uns eingereicht haben, können sie mit der Umsetzung starten“, sagt Thomas Rudde vom Regionalmanagement der LEADER-Region. „Auch in diesem Jahr freuen wir uns über die große Nachfrage nach dem Förderprogramm für Kleinprojekte“, sagt Dr. Tom Tenostendarp, Bürgermeister der Stadt Vreden und erster Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe (LAG), dem Entscheidungsgremium der Region. „Gerade Vereine greifen gerne auf die Förderung zurück, da der Aufwand im Vergleich zu anderen Programmen deutlich geringer ist. Wenn die jetzt bewilligten Projekte umgesetzt sind, werden seit 2020 bereits fast 200 Kleinprojekte realisiert worden sein. Das ist ein großer Gewinn für unsere Region“, so Dr. Tom Tenostendarp weiter.
Die Projekte zeigen erneut die Vielfalt des Engagements in der LEADER-Region berkel schlinge. So wird beispielsweise der Aufbau eines Kultur- und Heimatzentrums in Stadtlohn unterstützt. Ein Natur-Erlebnisparcours entsteht ebenfalls in Stadtlohn, der Bildung und Erlebnispädagogik mit Reittherapie kombiniert und auch von Menschen mit Beeinträchtigungen genutzt werden kann. Entlang und im Umfeld der Flüsse Berkel und Schlinge entstehen weitere neue Angebote: In Vreden soll eine Erlebniskugelbahn im Stadtpark an der Berkel umgesetzt werden, während in Südlohn und Oeding neue Panorama-Bänke als attraktive Aufenthaltsorte geschaffen werden sollen.
Zahlreiche Projekte verfolgen zudem das Ziel, das gesellschaftliche Miteinander und die Infrastruktur in den Orten zu stärken. Dazu gehören unter anderem ein „Fairteiler“ zur Förderung von Nachhaltigkeit sowie eine digitale Infostele als Bühne für Engagement und Gemeinschaft.
Mobile Veranstaltungsinfrastruktur und ein Technik-Pool sollen künftig für lokale Initiativen bei der Umsetzung von Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Darüber hinaus greifen einzelne Projekte gezielt aktuelle Themen auf: Mit Insektenhotels („Brummbalken“) wird die Biodiversität gefördert, während ein Rollstuhlfahrrad („VeloPlus“) neue Möglichkeiten für inklusive Mobilität schaffen soll.
Auch Maßnahmen zur Nahmobilität sowie neue Sitz- und Aufenthaltsangebote tragen dazu bei, die Region noch lebenswerter zu gestalten. „Die diesjährigen Projekte zeigen, wie viel Engagement und Kreativität in der Region stecken. Mit vergleichsweise kleinen Mitteln können so Angebote entstehen, die das soziale, kulturelle und gesellschaftliche Miteinander nachhaltig stärken“, sagt Thomas Rudde vom Regionalmanagement der LEADER-Region berkel schlinge.
Insgesamt stehen der Region rund 160.000 Euro zur Umsetzung der Kleinprojekte zur Verfügung: 144.000 Euro stammen aus dem Förderprogramm „Regionalbudget“, das aus Bundes- und Landesmitteln im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) finanziert wird.
Weitere 16.000 Euro stellen die Kommunen der LEADER-Region „berkel schlinge“ (Gescher, Stadtlohn, Südlohn, Vreden) zur Verfügung.
Für den eigenen Förderaufruf „Jugend gestaltet Zukunft“ stehen zusätzliche 40.000 € bereit, die ebenfalls durch die GAK-Förderung und die Kommunen zur Verfügung gestellt werden. Auch hier kann voraussichtlich in Kürze mit der Umsetzung von Ideen der Jugendlichen begonnen werden (weitere Infos: www.jugend-gestaltet-zukunft.de).
Fotos:
Gescher: Schulhofgestaltung, ©Oestreich/Stiftung Haus Hall Südlohn: Südlohn, Tampenschwinger, ©Peek/ SC Südlohn 28 e. V. Stadtlohn: PA-Anlage der Wiesentaler, ©Wilde/Stadtlohner Musikkapelle Wiesentaler 1900 e.V. Vreden: Bewegung erleben - Niedrigseilgarten für die Marienschule Vreden, ©Liesbrock/Förderverein der St.-Marien-Schule e.V.Die Hälfte der LEADER-Förderperiode ist geschafft. Wo stehen wir? Konnten wir unsere selbst gesteckten Ziele erreichen? Diese und weitere Fragen beantwortet der Evaluierungsbericht unserer Region hier.
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