Zukunft E-Mobilität - Startklar in der Region berkel schlinge

Kaum ein anderes Thema weist derzeit eine solch hohe Dynamik auf wie die vielfältigen gesellschaftlichen Veränderungsprozesse in der Mobilität. Digitalisierung, Elektrifizierung und Automatisierung des Verkehrs führen zu tiefgreifenden Veränderungen, die sowohl die Zentren und Ballungsräume als auch die ländlichen Regionen erfassen. Mit diesem Projekt wird das Thema E-Mobilität auch in die Region berkel schlinge eingeführt.

AKTUELL: In der Umsetzungsphase

ProjektstartProjektlaufzeitKostenFörderung 
September 2020 21 Monate 98.430,85 65 %  

Dieses Projekt möchte den vielen privaten Haushalten in der Region „berkel schlinge" einen Anreiz geben, über die Umstellung oder Erweiterung auf Elektromobilität nachzudenken. Mittels eines schlüssigen Konzeptes und für den Anwender vorteilhaften Zusatzfunktionen (z.B. eigene PV-Anlage zur Stromversorgung) soll die eigene Ladeinfrastruktur auf dem Privatgrundstück oder dem Mietobjekt sich als Standard etablieren.

Das Interesse der örtlichen Energieversorger besteht im Wesentlichen darin, die privaten Ladeinfrastrukturen zu erfassen und den größtmöglichen Teil davon mit Einverständnis der privaten Eigentümer zu managen. Dadurch haben die Energieversorger zukünftig einen weiteren Hebel, die hohen Einspeisemengen von regenerativer Energie durch Windkraft und Photovoltaik mit hohen Bezugsmengen durch den Ausbau der Elektromobilität besser und netzverträglicher zu regeln bzw. teilweise zu kompensieren. Dieses erhöht den Anteil der regenerativen Energien und senkt Ausbaukosten im Verteilnetz.

Die beteiligten Projektpartner haben sich daher auf fünf verschiedene Arbeitspakete  für den Ausbau der E-Mobiltät in der Region „berkel schlinge" verständigt, welche im Rahmen dieses Projektes umgesetzt werden sollen:

  • Analyse der Sektorenkopplungen sowie der Ladeinfrastruktur im privaten Raum
  • Analyse vorhandener Elektromobilitätskonzepte und Produkte
  • Erstellung eines Konzeptes zum Management und Betrieb von Ladeinfrastrukturen
  • Entwicklung von Produkten für E-Mobility-Tarife für den Endverbraucher
  • Erprobung der ermittelten Grundlagen und Konzepte in einer Pilotphase

Es ist aufgrund der unterschiedlichen Marktrollenverhältnisse der drei Stadtwerke davon auszugehen, zwei „Gebietsvarianten" zu betrachten.

Gebietsvariante 1:
In der ersten Gebietsvariante sollen alle technischen Einrichtungen von den Erzeugeranlagen (Wind, Bio oder Solar) bis zum Endkunden (Wallbox), soweit technisch möglich, ertüchtigt werden, die Wechselwirkungen von Erzeugung und Verbrauch immer in Echtzeit automatisiert zu steuern.
Getestet und untersucht werden vor allem managementfähige Wallboxen (Ladeboxen), die sowohl von den Energielieferanten als auch vom Endbenutzer gesteuert werden können. Dieses soll in Abhängigkeit der Energieverfügbarkeit erfolgen. Private Testpersonen und Haushalte werden hierbei mit eingebunden, um möglichst realitätsnahe Testfälle durch zu spielen.

Gebietsvariante 2:
In der zweiten Gebietsvariante entfallen aufgrund fehlender Netzkomponenten die technischen Einrichtungen der Erzeugeranlagen (Ist-Welt). Hier steht klar das Management bzw. Steuerbarkeit der Wallboxen im Vordergrund, wobei die regenerative Energieerzeugung nachgewiesen werden muss.
Die Herausforderung besteht in der Kopplung dieser Gebietsvarianten, was für beide „Stadtwerketypen" eine Erweiterung deren Produktportfolios bedeuten kann.

Zu Beginn des Projektes erfolgt eine Vorstellung des Projektes und der beabsichtigten Maßnahmen/Ziele in der Öffentlichkeit, um von Beginn an für eine große Transparenz und Information der Bürger in der Region zu sorgen. Zur Umsetzung dieser Arbeitspakete wird dann ein runder Tisch eingerichtet, dem neben den Projektpartnern auch z.B. interessierte Autohäuser, Bürger, Planer oder Elektroinstallateure angehören sollen, um deren Ideen und Knowhow aus der Praxis in die weitere Projektentwicklung einfließen zu lassen. Da die beteiligten Projektpartner auf externes Knowhow angewiesen sind, sollen wesentliche Teile der Projektdurchführung fremdvergeben werden.

Für die Koordination und Umsetzung des Projektes wurde im Rahmen einer Ausschreibung daher
ein externer Dienstleister gesucht und mit der CUT! Energy GmbH auch gefunden.

Aufgabe von CUT! Energy ist es, die Projektmaßnahmen zu koordinieren, Inhalte
verantwortlich umzusetzen und die Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt durchzuführen:

- Analyse der Sektorenkopplungen sowie der Ladeinfrastruktur in den Kommunen Ahaus, Gescher, Stadtlohn, Südlohn und Vreden
- Analyse der bereits vorhandenen Elektromobilitätskonzepte und Produkte der Stromversorger in den beteiligten Kommunen
- Konzepterstellung zum Management und Betrieb von Ladeinfrastrukturen
- Entwicklung von Produkten für den Endverbraucher
- Erarbeitung und Durchführung einer Pilotphase
- Installation von 5 Pilotladepunkten incl. Montage und Durchführung Testphase
- Öffentlichkeitsarbeit
- Erstellung eines Endberichtes

Offizielle Webseite zum Projekt:
www.bs-emobility.de

 Aktuelle Entwicklungen und Fortschritte zum Projekt finden Sie auch auf dem zugehörigem Facebook-Auftritt.

Projektziele:
Den Bürgern in der Region „berkel schlinge" sollen Anreize gegeben werden, auf Elektromobilität umzusteigen und dafür regionale oder sogar selbst erzeugte Energie zu verwenden.
Über einen Aufruf in der örtlichen Presse sollen interessierte Bürger animiert werden, mittels Fragebögen ihre Anforderungen und Wünsche in das Projekt mit einfließen zu lassen.

In der Region ansässige Elektroinstallateure sollen über einen „runden Tisch" mit eingebunden werden, ihre Anforderungen und Ideen mit einfließen zulassen und sich ggf. auf neue Geschäftsfelder vorzubereiten.

Die örtlichen Energieversorger sind besser auf die steigende Nachfrage an Elektromobilität vorbereitet, indem sowohl das Personal als auch zukünftige Strategien auf die neuen Technologie- und Gesellschaftsanforderungen näher ausgerichtet sind. Hierbei ist das Bereitstellen von entsprechenden Produkten als Kundenbindungsinstrument nicht zu unterschätzen, da jeder Autostromkunde im Privatbereich auch ein Hausanschlusskunde ist und somit sinkende Umsätze im Energieabsatz aufgrund von Lieferantenwechseln zur Konkurrenz zu erwarten sind.

 

Antragsteller: SVS-Versorgungsbetriebe GmbH
Ansprechpartner: Clemens Lösing

Weitere Projektpartner: Stadtwerke Gescher GmbH, Stadtwerke Ahaus GmbH